Es gibt Projekte, die entstehen aus einer spontanen Idee. Und dann gibt es Projekte, die einen über Jahre begleiten, weil man immer wieder über dasselbe Problem stolpert.
Genau so ist RSS-Guru.org entstanden.
Seit vielen Jahren beschäftige ich mich mit Servern, Linux, Open Source, Datenschutz, Automatisierung und den unterschiedlichsten Webprojekten beschäftige. Dabei stoße ich immer wieder auf dieselbe Herausforderung: Gute Informationen zu finden wird zwar immer einfacher – sie sinnvoll zu organisieren hingegen immer schwieriger.
Immer mehr Inhalte verschwinden hinter Algorithmen. Was uns soziale Netzwerke oder Suchmaschinen anzeigen, entscheiden längst nicht mehr wir selbst. Stattdessen bestimmen Ranking-Algorithmen, Werbung oder personalisierte Empfehlungen darüber, welche Informationen wir überhaupt zu Gesicht bekommen.
Dabei existiert seit Jahrzehnten eine wunderbare Technologie, die genau das Gegenteil ermöglicht: RSS.
RSS ist offen, unabhängig, standardisiert und funktioniert ohne Anmeldung, ohne Tracking und ohne künstliche Einschränkungen. Webseiten veröffentlichen ihre Inhalte, und jeder kann selbst entscheiden, ob er diese abonnieren möchte. Für mich ist RSS deshalb bis heute einer der wichtigsten Bausteine des offenen Internets.
Das eigentliche Problem beginnt allerdings erst danach.
Gute RSS-Feeds zu finden ist überraschend schwierig
Wer einmal versucht hat, hochwertige RSS-Feeds zu einem bestimmten Thema zu finden, merkt schnell, dass das Internet an vielen Stellen Lücken hat.
Zahlreiche RSS-Verzeichnisse existieren nicht mehr oder wurden seit Jahren nicht gepflegt. Viele enthalten veraltete Links, doppelte Einträge oder Feeds, die längst nicht mehr funktionieren. Oft fehlt eine sinnvolle Kategorisierung, eine Suche oder schlicht eine Qualitätskontrolle.
Ich habe mich in den vergangenen Jahren immer wieder dabei ertappt, dieselben Webseiten erneut suchen zu müssen. Mal brauchte ich Technik-News, mal Blogs über Linux, mal Quellen für IT-Sicherheit oder internationale Nachrichtenportale.
Eigentlich sollte es dafür längst eine zentrale Plattform geben.
Da ich keine gefunden habe, entstand irgendwann der Gedanke: Dann baue ich sie eben selbst.
Mehr als nur ein Verzeichnis
Von Anfang an war mein Ziel nicht, möglichst viele RSS-Feeds in eine Datenbank zu schreiben.
Davon gibt es genug.
Ich möchte eine Datenbank schaffen, auf die man sich verlassen kann.
Jeder Feed soll möglichst geprüft, sinnvoll kategorisiert und langfristig gepflegt werden. Kategorien, Sprachen, Länder und Beschreibungen sollen dabei helfen, neue Informationsquellen schnell zu entdecken. Gleichzeitig sollen nicht mehr erreichbare Feeds erkannt und aussortiert werden.
Qualität ist für mich wichtiger als reine Masse.
Natürlich soll die Datenbank im Laufe der Zeit immer weiter wachsen. Aber lieber langsam und sauber als schnell und unübersichtlich.
Warum ich so viel Zeit investiere
Viele meiner Projekte entstehen aus einem ganz einfachen Grund: Ich entwickle Werkzeuge, die ich selbst benutzen möchte.
RSS-Guru.org ist dafür ein perfektes Beispiel.
Ich brauche selbst regelmäßig hochwertige RSS-Quellen für Recherchen, zum Lesen aktueller Fachartikel oder für technische Projekte. Jedes Mal dieselbe Suche erneut zu beginnen, kostet unnötig Zeit.
Deshalb investiere ich lieber einmal mehr Arbeit in eine saubere Datenbasis, die langfristig immer besser wird.
Die eigentliche Vision liegt noch vor mir
RSS-Guru.org ist für mich nicht das Endziel.
Es ist vielmehr das Fundament für weitere Projekte, die bereits geplant sind.
In den vergangenen Monaten sind zahlreiche Ideen entstanden, die auf eine große, gepflegte und strukturierte RSS-Datenbank zurückgreifen müssen. Ohne eine zuverlässige Datenbasis wären viele dieser Anwendungen gar nicht sinnvoll umsetzbar.
Deshalb verstehe ich RSS-Guru.org nicht nur als eigenständiges Projekt, sondern als Infrastruktur. Je besser diese Grundlage wird, desto mehr Möglichkeiten eröffnen sich für zukünftige Anwendungen, Automatisierungen und Dienste.
Welche Projekte daraus genau entstehen werden, möchte ich nach und nach vorstellen. Einige befinden sich bereits in der Planung, andere existieren schon als erste Prototypen.
International statt nur deutsch
Ein weiterer Punkt war mir von Anfang an wichtig.
Das Internet endet nicht an der Landesgrenze.
Deshalb soll RSS-Guru.org möglichst viele Länder und Sprachen unterstützen. Ob Technikblogs aus Deutschland, Nachrichten aus den USA, Entwicklerblogs aus Großbritannien oder Fachportale aus Japan – hochwertige Informationen gibt es überall auf der Welt.
Mein Ziel ist es, diese Quellen leichter zugänglich zu machen und sie an einem Ort zusammenzuführen.
Ein Projekt, das wachsen darf
Ich sehe RSS-Guru.org als Langzeitprojekt.
Es wird nicht in wenigen Wochen fertig sein, sondern sich über Jahre weiterentwickeln. Neue Kategorien werden entstehen, weitere Länder hinzukommen, bestehende Datensätze verbessert und neue Funktionen ergänzt werden.
Vielleicht wird daraus irgendwann eines der größten frei zugänglichen RSS-Verzeichnisse weltweit. Vielleicht bleibt es auch ein kleiner Geheimtipp für Menschen, die das offene Web genauso schätzen wie ich.
Beides wäre für mich völlig in Ordnung.
Entscheidend ist, dass das Projekt kontinuierlich besser wird.
Mein Fazit
Ich glaube fest daran, dass offene Standards wie RSS auch in Zukunft eine wichtige Rolle spielen werden. Gerade in einer Zeit, in der immer mehr Inhalte hinter Algorithmen verschwinden, gewinnt die Möglichkeit, Informationen selbst auszuwählen, wieder an Bedeutung.
Mit RSS-Guru.org möchte ich einen kleinen Beitrag dazu leisten. Nicht, weil RSS neu ist, sondern weil ich überzeugt bin, dass gute Ideen kein Verfallsdatum haben.
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